Popcorn Hour - NMT
Seit Tagen schaue ich auf den Counter der Webseite (http://www.popcornhour.com/) des neuen Mediaplayers, der in diesem Herbst - genaugenommen am Montag den 15.10. - auf den Markt kommen soll.
In diversen Foren wird schon werbewirksam auf das Produkt hingewiesen, aber nirgends gibt es handfeste Informationen, sondern immer nur Bruchteile, die man sich selber dann zusammenbasteln muss.
Was wird uns also in der KW 42 erwarten? Ein ultimatives Uberdevice mit EM8634 Chipsatz, MPEG-1/2/4+WMV9+H.264-Support, SD/HD-Fähigkeit, AVI+MOV+Matroska-Unterstützung und das zu einem Preis von 179USD? Wer weiss?
Googled man ein bisschen nach “Networked Media Tank”, kommt man recht schnell auf die Syabas Webseite, auf der die Details - bis auf den Preis - nochmals ausführlich erwähnt werden:
Video Output :
- Composite
- S-Video
- Component (progressive and interlaced)
- DVI
- HDMI
Networking :
- Ethernet interface, 10-baseT/100-baseT
- miniPCI card slot for IEEE 802.11n
- Wi-Fi SSID : Maximum 64 characters
- Wi-Fi Security : WEP 64-bit, WEP 128-bit, WPA, WPA2
Protocols :
- UPnP AV NMPR v2.1
- UPnP 1.0 (connect to myiHome Lite)
- Bonjour
- Streaming via HTTP protocol over local network or the Internet
- WMS over HTTP support via the Internet
- RTSP over HTTP support via the Internet
- Multicast/IGMP support (optional)
Video [extension(s)] :
- ASF/WMV [.asf, .wmv]
- MOV/MP4 [.mov, .mp4]
- MPEG2PS [.ps]
- MPEG2TS [.ts]
- AVI [.avi, divx]
- MPG [.mpg, .mpe, .mpeg, .m2v, .vob, .vro]
Audio [extension(s)] :
- WAV [.wav, .pcm]
- ADIF, ADTS [.aac]
- M4A [.m4a]
- O.G.G. [.ogg]
- ASF/WMA [.asf, .wma]
- FLAC [.flac]
Subtitle [extension(s)] :
- MicroDVD [.sub]
- SubRip [.srt]
- Sub Station Alpha [.ssa]
- Sami [.smi]
Video :
- 4 standard definition streams (PAL and NTSC formats) in any of the following format: VC-1, H.264, MPEG-4 and MPEG-2
- One high definition stream 1920 x 1080i(60), 1920 x 1080p (30), 1280 x720p (60) and one standard definition stream simultaneously
- H.264 BP@L3, MP/HP@L4.0, HP@L4.1
- WMV9 MP@HL
- VC-1 MP@HL, AP@L3
- MPEG-4 ASP @L5 1
- MPEG-2 MP@HL and MP@ML
Audio :
- MPEG 1/2 Audio Layers I, II, and III (MP3)
- Dolby Digital® (AC-3)
- DTS
- PCM
- MPEG-2/4 AAC LC and HE
- Microsoft WMA and WMA Pro
- Supports the audio sampling rates at 8, 16, 22.05, 24, 32, 44.1, 48, and 96KHz
- Audio samples at 16, 20, 24, and 32 bits per channel
- FLAC (software decode)
*phew* .. meine Güte, wenn das wirklich alles so zutrifft und der Preis gehalten werden kann, dann kann man sicherlich auch verschmerzen, dass die (nicht erwähnten) Matroska Container wohl nicht funktionieren werden. Wird's halt nix mit BitTorrent-runtergelandenen H.264 Rips von Bluray oder HD-DVD (aber sowas hatte ich ja eh' nicht vor).
Achja.. BitTorrent.. in dem Gerät ist nämlich ein solcher Client bereits eingebaut - vermutlich muss man dazu aber eine IDE Festplatte nachrüsten (intern oder extern via USB). Das Support Dokument sagt: “An additional feature of the NMT is the BitTorrent client that allows for direct downloading of content to the local hard drive without reliance on a PC. All these features combined make the NMT a proper one stop solution for your digital home entertainment network.”
Update:
Das Device wurde heute am 14ten schon vorgestellt. Auf der Homepage gibt es Informationen und ein Bild vom Gerät, welches ein bisschen wie die externen ICYBox Festplatten aussieht - mit den Rändelschrauben in den Ecken. Mir wäre ja was Schlichtes lieber gewesen.
Der Preis von 179USD scheint wirklich gehalten zu werden, allerdings kann man das Gerät wohl erst gegen Ende Oktober 2007 ordern. Dafür hat sich ein bisschen was bei den unterstüzten Protokollen getan:
- Video : YouTube, Google Video, MetaCafe, VideoCast, DL.TV, Cranky Geeks
- Audio : iPodcast, Radiobox, ABC News, Jamendo
- Photo : Flickr, Picasa
- RSS feed : Yahoo! Weather, Yahoo! Traffic alerts, Yahoo! Stock, Cinecast, Traffic Conditions.
- Peer-to-peer TV : SayaTV
- Internet Radio : Shoutcast
Bei den Syabas Geräten ist ja immer ein Webbrowser integriert, der die eigentliche Steuerung übernimmt; d.h. man hat eine spezielle Webserver-Software auf dem eigenen Rechner installiert, welche die Files über HTTP (und einem Streamprotokoll) an das Syabas Gerät sendet. Alternativ läd er aber auch lokalen Content (auf CD/DVD/USB-Platte,lokaler Platte) direkt.
Dieser Webbrowser scheint in der neusten Generation also problemlos mit heutigen Webseiten (YouTube, GoogleVideo, …) umgehen zu können. Allerdings werden nur H.264 encodierte Filme auf den genannten Webseiten dargestellt werden können (vermute ich mal).
Wenn es dann im Zubehör noch eine schöne Tastatur als Fernbedienung gibt (so wie damals beim Auvisio - einem anderen Syabas Gerät, was seinerzeit von Pearl vertrieben wurde), werde ich wohl wunschlos glücklich sein.
Update:
Es gibt wieder ein paar News bezüglich der unterstützten Protokolle (wird auf der Webseite nun unter dem Begriff “Connectivity” zusammengefasst):
- Bonjour
- UPnP SSDP
- DLNA
- Windows Media Connect
- Windows Media Player NSS
- SMB
- NFS
- HTTP servers: myiHome, WizD, SwissCenter, MSP Portal
- BitTorrent P2P
.. ich hab mal die HTTP Server evaluiert.. die sind ganz nett soweit. Vorallem, dass der WizD aufgeführt ist, bereitet mir Freude (naja, war ja auch klar, dass der dabei sein muss). Somit hab ich dann schon mein selbst-gepimptes Pferdchen am Start, wenn es soweit ist… Wann ist endlich der 30te??
Update:
Hier ein Foto von dem YouTube Plugin in Aktion. Anscheinend surft man nicht direkt auf den Webseiten von youtube.com, sondern bekommt den Content von dort aufgearbeitet über ein lokales Plugin.
Auf der MPC-Club Webseite habe ich dann noch zwei Fotos der Hauptplatine gefunden. Sehr schön aufgelöst!
Update:
Hier zwei Bilder eines der ersten ausgelieferten Geräte. Ein Forums-Benutzer hatte sie auf Flickr abgelegt.
Update:
Als es am 30ten Oktober endlich soweit war und man die Popcorn Hour Geräte auf der Webseite bestellen konnte, war meine Wenigkeit leider nicht unter den Glücklichen, die in der kurzen Zeit kapiert hatten, wie man bestellt (binnen weniger Minuten war alles ausverkauft).
Die Leute von Popcorn Hour hatten jedoch die Einsicht, dass es taktisch nicht sehr klug ist, genau diejenigen zu bestrafen*, die seit Wochen und Monaten als “early adopters” schon auf der Webseite subscribed hatten und die Frohe Botschaft über das neue Device in Foren und Blogs in die Welt hinausposaunt hatten.
*also bestrafen in dem Sinne, dass man sie bei der Bestellung nicht gesondert zum Zuge kommen lässt.
Bei der zweiten Lieferung sollten diesmal alle bedient werden, die unter den ersten 100 Webseiten-Registranten waren und die noch kein Gerät erworben hatten. Und ich war sogar unter den ersten 40!
Allerdings mussten erstmal einige Hürden genommen werden: mein Mailserver akzeptierte z.B. keine Mails von Mailservern, die im HELO, im forward- und reverse-resolve unterschiedliche Informationen preisgeben; ausserdem hatte ich noch kein Google Checkout Konto. Achja.. und dann musste man mich noch mit der Nase drauf stossen, wie man das Gerät ordert (ich hatte den dicken Button auf der Hauptseite halt wirklich nicht gesehen).
Nun heissts erstmal 14-20 Tage warten und dann gibts hier auch wieder ein Update über das Popcorn Device.
Update:
Der Status bei Google Checkout hatte sich am 19ten geändert. Im Forum war zu lesen, dass am Freitag die Ladung Richtung EU verschickt wird und an anderer Stelle erfuhr ich, dass der Transport 4-5 Tage dauern würde: also mit ein bisschen Glück hab ich das Teil noch im November.
Update:
Wahnsinn.. das scheint ja wirklich schnell zu gehen. Hier mal ein Screenshot aus dem DHL Trackingtool. Mit etwas Glück habe ich bis zum Wochenende mein neues Nerdteil.
Update:
Am 28.11.2007 war es dann soweit.. morgens gegen 11 Uhr kam die Post und mein Popcorn Hour war endlich da - keine 7 Wochen später, nachdem ich zum ersten Mal davon im Internet erfuhr und es unbedingt haben wollte (wusste gar nicht, dass ich soviel Gedult haben kann ).
Angekommen ist alles in einem unscheinbaren Karton, der aber reichlich Innenleben bot: neben dem eigentlichen Gerät (untergebracht in einem einfachen Gehäuse, wie man es von ICYBox Festplatten her kennt) lag dort noch das externe Netzteil nebst passendem Kabel (Schuko auf Kaltgerätestecker - Wow!), ein HDMI-Kabel (!sic!), der übliche Papierkram, Schrauben und Molexstecker sowie die Fernbedinung nebst Batterien.
Letztere ist im Übrigen sehr gut gelungen. Die Ausführung ist endlich mal auf die Handgrösse der Kunden aus der westlichen Hemisphäre und nicht auf die der Mitarbeiter in der chinesischen Fabrik hin ausgelegt. Besonders interessant fand ich die Unterseite, welche mit einem gummiartigen Plastik überzogen ist, die sich sehr angenehm anfühlt (so ne Art Plastik-Alcantara).
Das Gerät ist sehr schnell aufgebaut - man benötigt nur eine PATA Festplatte mit mindestens 4GB Grösse (eigentlich 512MB, aber man braucht für die Torrent-Anwendung etwas mehr Platz), welche man zuerst mit dem Molex Stecker verbindet und dann einfach auf den Stecker an der Platine schiebt (selbige wird nicht ausgebaut). Danach noch von unten verschrauben und das wars auch schon. Wie man auf den Fotos sehen kann, habe ich eine 120GB Seagate Platte verwendet.
Mein Tip: die Festplatte sollte nicht allzu heiss werden, da das Gerät über keinen Lüfter verfügt und somit die Stabilität des Gesamtsystems darunter leiden könnte (z.B. willkürliche Abstürze der Software als Folge). Man kann sich also überlegen, als interne Festplatte eine 4-10GB CF-IDE oder SSD Platte zu verwenden und den eigentlichen Speicher extern via USB anzubinden.
Ich habe dann das Popcorn Hour via HDMI mit meinem Plasma verkabelt. Interessanterweise kam nach dem Einschalten sofort ein Bild, welches allerdings heftig flackerte. Wie ich später lernte, ist nach dem ersten Einschalten ein Modus aktiv, der auf allen Ausgangsbuchsen (HDMI, S-Video Hosiden, FBAS Cinch, Komponenten Cinch) das “gleiche” Signal ausliefert: ein lustiger Mix aus den erlaubten Specs, etwas Chuzpe und Weirdo. Im Setup-Menu kann man später die korrekte Auflösung einstellen: es existiert ein Auswahlmenue mit ca. 20 verschiedenen Modi (wovon einige auf meinem billig-Plasma nur ein schwarzes Bild erzeugten und ich so nicht mehr in der Lage war, irgendwas im Menue zurückzustellen).
Um es gleich vorweg zu nehmen, es gibt Tastaturkombinationen auf der Fernbedienung, mit denen man den Videomodus wieder auf etwas Definiertes zurückschalten kann. Leider sind diese nicht dokumentiert. Wie man gross und breit auf dem beigelegten Faltblatt lesen kann, ist es für HDMI mit 720p die Kombination TV MODE und dann innerhalb 5 Sekunden die Taste 7. Andere Modi werden nach dem gleichen Schema funktionieren, habe es aber nicht ausprobiert. Also keine Panik, wenn mal was schief geht.
Nach der Grundkonfiguration von Video-Auflösung, Audio und Netzwerk habe ich erstmal das Firmwareupdate aus dem Internet angestossen. Das dauerte etwa 5 Minuten und danach war mein Gerät auf den aktuellsten Stand (war sogar eine 0-day Firmwarez ). Später bemerkte ich, dass es wohl sinnvoller gewesen wäre, wenn ich vor dem Update den Installationswizard aufgerufen hätte, weil der nämlich erst die interne Festplatte partitioniert und formatiert und somit erst überhaupt temporären Platz für Downloads schafft, aber anscheinend ging es auch ohne.
Nach 1-2 Stunden des Zusammenbauns und Rumtüftelns hatte ich dann das Teil soweit, dass ich mit den ersten Tests beginnen konnte und ich muss sagen, dass mich die Qualität dieser Betastadium Soft/Hardware wirklich begeistert hat! Das meiste lief auf Anhieb; genaugenommen hatte ich insgesamt nur 2 Videofiles, die nicht liefen. Beide Testdateien entsprachen allerdings keinem Standard und erzeugen auch auf anderen Playern die gleichen Probleme.
Alles andere, was ich testen konnte, lief jedoch ohne Probleme und die Bild- und Tonqualität wusste wirklich zu überzeugen. Ich werde mal am Wochenende einen ausführlichen Testlauf anwerfen und hier das Ergebnis berichten.
Update:
Ich habe zwar reichlich getestet in den letzten Tagen, aber irgendwie ist alles das, was ich schreiben wollte schon sehr schön in diesem Review zusammengefasst - kann ich's mir also sparen.
Hier in diesem Blog wird es dann wieder was zum Thema geben, wenn meine ersten Hacks erfolgreich waren. Im Moment habe ich einen gepimpten wizd im Auge, der den erweiterten “HTML Befehlssatz” vom NMT unterstützt.
Ausserdem habe ich mir eine 1GB Solid State Disc von Transcend bestellt. Die soll die interne Festplatte ersetzen, welche ich nicht benötige und die mich eigentlich mit ihrem Laufwerksgeräusch nur stört. Wie gut das damit funktioniert, werde ich in Teil 4 beschreiben.
Update:
So, endlich ist es soweit: nach ein paar Tagen Krankheit und viel Stress auf der Arbeit (gerade wegen den Fehltagen) habe ich nun endlich die Zeit gefunden, mal zum lokalen Conrad zu gehen und die nötigen Sachen einzukaufen, um das nachzubauen, was nitrogen14 in der Comments-Sektion vom Teil 3 vorschlug.
Nach etwas Überlegen kam ich drauf, dass ich meine bescheidenen Lötkünste wohl nicht brauchen werde, und dass ein einfaches gepresstes Flachbandkabel auch ausreicht - leider hatte Conrad kein solch vorkonfektioniertes Kabel, so dass ich es selber herstellen musste (ich kann mir aber gut vorstellen, dass es irgendwo eine Quelle dafür gibt im Netz). Das Adapterkabel verbindet einfach beide Steckerwannen 1:1 miteinander. Die rote Leitung ist immer da, wo der Pfeil auf der Steckerwanne eingeprägt ist. Dadurch wird erreicht, dass die Pins horizontal gespiegelt werden und es keinen Kurzschluss gibt, wenn man den Flashspeicher mit dem Popcorn Hour verbindet.
Die beiden Steckerwannen waren mit jeweils 4 EUR ganz schön teuer. Wenn man - wie ich - kein altes IDE Kabel herumliegen hat, muss man nochmals 2-3 EUR für einen Meter 40poligem Flachbandkabel investieren. Aber was tut man nicht alles, um sich das fummelige Löten zu ersparen.
Ich hab die Kabel zuhause in die Steckerwannen gepresst; mithilfe eines Flacheisens, zweier Bücher und meinem Körpergewicht. Das geht sicherlich besser mit einem Schraubstock. Wer leicht ist und keinen Schraubstock hat, fragt am Besten gleich im Elektroshop nach, ob man das Kabel konfektioniert bekommt.
Und das wars dann auch schon.. so sieht mein Setup aus und ich bin froh, dass ich den “Lärm” der Platte nicht mehr ertragen muss (ihr Lager fiepte nämlich schon ordentlich laut).
Update:
Im NMT Forum hat ein User das Pinout und weitere Informationen zum UART Anschluss auf der Popcorn Hour Platine gepostet. Hier die Infos:
^ UART -------TX----GND O--O--O--O--O O--O--O--O--O -------RX--------
Pinbelegung: 3 = TX, 5 = GND, 8 = RX Einstellungen am Host: 115200,8,N,1 Xon/Xoff
Da die Spannungslevel 3.3 Volt betragen, braucht man einen Level-Konverter, um direkt einen PC anzuschliessen. Der Author selber verwendete einen passenden Serial-to-USB Adapter, der dann praktischerweise gleich nach USB wandelt.





