Spass mit dem iPhone 3G
Begonnen hat alles damit, dass Apple im letzten Jahr das iPhone auf den Markt brachte. Nachdem ich das Produkt sorgfältig aus der Ferne beobachtet hatte, habe ich mir dann im Frühjahr 2008 ein 1st Generation iPhone aus den USA für so um die 500 EUR besorgt.
Wow! Ich war total hin und weg von dem Teil; es ist wirklich komplett out-of-this-world, was Bedienung, Performance und Usability angeht. Gut, es hatte auch einige Kinderkrankheiten, aber darüber habe ich als Apple-Fan hinweggesehen. Ich hätte dieses Teil sicherlich noch bis zum heutigen Tag, wenn nicht drei Ereignisse relativ zeitnah bei einader gelegen wären:
- Ich hatte erkannt, dass die Entwicklung von eigener iPhone Software nur über den Weg einer korrekten Apple Lizenzierung und dem iPhone OS 2.0 möglich ist (beide bedingen auch einander) und es war für mich damals unklar, ob es einen einfachen Migrationspfad für ein 1st Gen iPhone hin zu OS 2.0 gibt.
- Mein alter Handyvertrag bei VODAFON (verrecke!) läuft gerade aus (nach 11 Jahren.. endlich!).
- Ein Arbeitskollege bot mir einem dem Kaufpreis nahe kommenden Betrag an, um mein iPhone zu erwerben.
Nun gut, das alte war weg, und 4 Tage später wurde das neue iPhone angekündigt mit der Option, selbiges bei T-Mobile vorzubestellen - eine glückliche Zeitwahl sozusagen. Es ist natürlich klar, dass ich die Pre-Order sofort ausgefüllt hatte. Einige Zeit später (mitten in der EM 2008) kam dann ein EMail von T-Mobile, dass man jetzt das Telefon ordern könne und dass die ersten 1000 Besteller, das Telefon noch zum 1.7.2008 bekämen (dazu später mehr). Obwohl ich nur kurz zögerte, war ich der 1077te Besteller (zumindest schliesse ich das aus meiner Verarbeitungsnummer).
Witzigerweise wusste man dann Wochen später bei der T-Mobile Hotline nichts mehr von dieser Aktion. Auch wusste man nichts von meiner Bestellung und erklärte mir, dass ich nur selber auf einer speziellen Webseite den Lieferstatus überprüfen könne. Soweit so gut.. nur wusste die besagte Webseite auch nichts von meiner Bestellung. Da mittlerweile in den Medien bekannt wurde, dass eine gewisse Knappheit an iPhones 3G besteht, hatte ich meine Bestellung schon als “ging verloren” abgehakt (sowas passiert schon mal) und mich damit abgefunden, in diesem Sommer kein iPhone mehr zu besitzen.
Umso überraschter war ich jedoch, als ich am 10ten Juli (also dem Vorabend zum offiziellen Release) eine EMail-Bestätigung bekam, dass mein iPhone nun verschickt wurde und zwar über den Kurierdienst DIREKT express. Am nächsten Tag wurde ich dann auch prompt in der Mittagspause von unserer Empfangsdame angerufen, dass hier ein Kurier stehe, der meine Unterschrift will.
Leider wollte er nicht nur meine Unterschrift, sondern auch meinen Personalausweis. Das Identverfahren von DIREKT express schreibe das so vor - und just an diesem Tag hatte ich mein Portemonnaie zuhause gelassen. Das hätte T-Mobile ja echt mal beim Bestellen andeuten können, dass das so sein wird - ich mein, im Nachhinein verstehe ichs ja, warum das so gehandhabt werden soll, aber darüber könnte man ja im Vorfeld schon Mal ein kleins bisschen informieren, ja?.
Der rührige Kurier sagte mir, dass ers ohne nicht rausgeben könne und fing von alleine damit an, dass er Student sei und diesen Job dringend braucht und er es sich nicht erlauben könne, Ausnahmen zu machen (ich vermute mal, dass er an diesem Tag schon einige Erfahrungen mit anderen iPhone Bestellern gemacht hatte, der Ärmste
). Ich fragte ihn also, ob er denn am selben Tag noch eine zweite Auslieferung veranlassen könne (damit ich in der Zwischenzeit zuhause meinen Ausweis abholen kann); er telefonierte kurz mit seiner Zentrale und bejahte dies dann.
Mit dem Personalausweis in der Hand wartete ich dann an diesem Tag bis kurz vor 21:00 Uhr in der Firma; aber kein Kurierdienst kam.
Wie ich dann später daheim vom Anrufbeantworter erfuhr, hatte die Zentrale von DIREKT express bei mir zuhause angerufen (eine andere Nummer hatten sie nicht) und gebeten, dass ich bestätige, dass die Sendung nochmals ausgeliefert werden soll.
Da es daheim dann für einen Rückruf zu spät war, telefonierte ich gleich am Samstag Morgen mit DIREKT express. Zu meinem Erstaunen wurde ein erneuter Zustelltermin für den Sonntag Morgen ausgehandelt - und was soll ich sagen? Im angegebenen Zeitfenster war der Kurier wirklich zuhause bei mir vor der Türe!1)
Fünf (!!) Unterschriften später hatte ich dann mein weisses iPhone 3G 16GB in den Händen - nichts-ahnend, dass der eigentliche Horror jetzt erst beginnt!
Seitens Apple war ja alles geklärt: meine offizielle Apple iPhone Developer Beantragung war durch (die Mail dazu kam noch am Freitag) und ich hatte auch schon das iPhone SDK final installiert. Ich schloss das iPhone also am Rechner an und alles wurde sauber erkannt und eingebunden.
Naiv, wie ich war, glaubte ich tatsächlich, dass ich nur den “Register” Button klicken müsse und dann wäre das Handy funktionsbereit… aber weit gefehlt! Das Telefon meldete “No Service…” und der Hinweiss, doch durch umherlaufen nach besserem Empfang zu suchen, brachte (ausser etwas Morgengymnastik) auch nichts.
Folglich durchsuchte ich das zahlreich beigelegte Papiermaterial nach einer Anleitung, wie denn das Handy in Betrieb zu nehmen sei. Ich glaube es ist unnötig zu erwähnen, dass ein solcher Handzettel fehlte - wäre ja auch zuviel verlangt!
Mehrere Anrufversuche an der Hotline Nummer 01803 30 22 02, welche in grosser, fetter Schrift auf dem Zettel mit der SIM Karte angegeben ist, führten nach jeweils 12 Minuten T-errormusik ins Leere. Ich nutzte also nebenher die Zeit, um im Netz nach Infos zu suchen und fand dann auf der fscklog.com Webseite im Kommentarbereich die Info, dass man doch nicht die angegebene Nummer wählen solle, sondern die aus dem Kleingedruckten (welcher Blödn00b denkt sich denn den Scheiß aus?). Die eigentliche Nummer zum nicht-dokumentierten Aktivieren der SIM Karte ist jedoch nur Wochentags besetzt; nicht an Sonntagen und nicht ausserhalb der Geschäftszeiten.
Auf dem ganzen Papier ist ausser der PIN/PUK, der IMEI und der Kartenvertragsnummer keine weitere Information verzeichnet. um Anmelden/Freischalten via Web bräuchte ich aber ein Kundenkonto, welches ich aber nur bekomme, wenn ich eine registrierte T-Mobile Nummer habe.
Nun heisst es also bis Montag warten und dann gleich in der Früh den Hotline Horror unter der 0180 572 62 52 überstehen.
Bitte liebes -T-Unternehmen… beim nächsten Mal folgende Punkte beachten:
- Die Kunden vorher über die Art und Weise informieren, wie das iPhone übergeben wird.
- Einen kleinen Handzettel beilegen, auf dem alle Schritte dokumentiert sind, die zum Aktivieren des iPhones nötig sind.
- Die richtigen Hotline Nummern verwenden!
Dann klappts auch besser mit dem Verkauf und der Kundenzufriedenheit. Langfristig soll sowas ja angeblich sogar die Marktposition stärken und dann gehts einem auch nicht so schlecht2), dass man Mitarbeiter entlassen muss, gell?
UPDATE:
Der Bub ist glücklich und wieder mit der Welt versöhnt! Der Trick war, das depperte Eifon einfach mal für 5 Minuten komplett auszuschalten. Danach buchte es sich freudig ins T-Möbel Netz ein.