Buffalo Terastation
Die Terastation von Buffalo (TS) war (und ist bis zum heutigen Tag) die preisgünstigste Lösung, um zuhause in den Genuss von RAID-5 gesicherten Massenspeicher zu kommen. Ich hatte seinerzeit 699.- EUR bei Cyberport bezahlt und bin nach wie vor der Meinung, dass ich es durch Selberbauen nicht günstiger hätte hinbekommen können (immerhin hab ich es probiert - musste bei 0 anfangen, da keine PC Teile vorhanden waren - nachdem die Kosten sehr schnell das Limit von 699 EUR erreicht hatten, habe ich alle neugekauften Teile wieder veräussert und mir dann die TS geholt
).
Die Nachteile Der Nachteil an dem Gerät liegt allerdings klar auf der Hand und ich will ihn nicht verschweigen: das Teil ist laaaaaangsaaaam (Rudolph Scharping-Style). Mehr als 3MByte/Sek wird es in einem 100MBit/Sek LAN nicht geben - weder beim Schreiben noch beim Lesen. Gerüchten zufolge soll es im 1000MBit/Sek LAN bis zu 9MByte/Sek erzielen können, wenn man Jumboframes aktiviert, aber da mein restliches Equipment nur mit 100MBit/Sek Interfaces aufwartet, kann ich das nicht verifizieren.
Update: Allerdings scheint sich die Performance etwas gebessert zu haben, seit dem ich statt des 100MBit/Sek Switches einen Gigabitswitch verwende.
Doch nun zu den vielen Vorteilen des Geräts: zunächst wäre da die Community zu erwähnen. Wie alle Lowcost Produkte ist natürlich auch die TS Ziel der Myriarden von Geeks, die durch Einsatz von Hirnschmalz mangelndes Budget ersetzen und sich ihrem Produkt fehlende Features hinzupimpen. Dem kommt zugute, dass die TS intern ein Linux System verwendet, dem man relativ trivial durch ein Firmware Update Herr (in dem Fall root) werden kann. Wie das geht, kann man über das TS Wiki erfahren (alternativ hier).
Mein Modell zickte allerdings ein wenig und ich hatte ordentlich die Hosen voll, als das Upgrade von 1.12 auf die aktuelle Firmware 2.05beta1 die TS in ein wild blinkendes Discolight verwandelte. Dazu muss gesagt werden, dass ich mangels eines PCs das Firmware Upgrade unter Windows98SE innerhalb von VirtualPC 7.0.2 auf einem Mac durchführte. Nach einiger Zeit des Wartens, ob sich etwas am Zustand ändern würde, habe ich dann ein Herz gefasst und nochmals den Installer angeworfen - diesmal mit der japanischen Firmware 2.0.8.
Das hat dann zu meinem Erstaunen auch wunderbar geklappt; sogar alle Settings der 1.12er Version waren noch erhalten und als std. Sprache war Englisch (statt Japanisch) konfiguriert - Woohoo!
So zeigte sich mir meine TS nachdem ich root Zugriff via Telnet hatte:
admin@TERASTATION:~$ uname -a Linux TERASTATION 2.4.20_mvl31-ppc_terastation #24 Tue, 14 Mar 2006 20:52:12 +0900 ppc unknown
admin@TERASTATION:~$ date Sat May 6 19:03:33 CEST 2006
admin@TERASTATION:~$ cat /proc/meminfo total: used: free: shared: buffers: cached: Mem: 130289664 37154816 93134848 0 151552 23007232 Swap: 559284224 13320192 545964032 MemTotal: 127236 kB MemFree: 90952 kB MemShared: 0 kB Buffers: 148 kB Cached: 20544 kB SwapCached: 1924 kB Active: 4756 kB Inactive: 19320 kB HighTotal: 0 kB HighFree: 0 kB LowTotal: 127236 kB LowFree: 90952 kB SwapTotal: 546176 kB SwapFree: 533168 kB Committed_AS: 193632 kB VmallocTotal: 770048 kB VmallocUsed: 1124 kB VmallocChunk: 768924 kB
admin@TERASTATION:~$ cat /proc/cpuinfo cpu : 82xx revision : 16.20 (pvr 8081 1014) bogomips : 173.26 vendor : Motorola SPS machine : Sandpoint
Der nächste Schritt war dann das Übersetzen von eigenen Anwendungen, damit sie auf die TS laufen können. Dazu musste ich mir einen Crosscompiler bauen, der mir auf meinem OSX Wirtssystem das Übersetzen von Linux PPC Code ermöglicht. Ich benutzte dazu das elegante Werkzeug crosstool und das Ergebnis meiner Arbeit findet sich hier.
Ich bin dabei auf diese Weise vorgegangen:
mkdir downloads mkdir source export TARBALLS_DIR=/Users/rhoenie/Source/crosstool/downloads export RESULT_TOP=/opt/crosstool export GCC_LANGUAGES="c,c++" export SED=/opt/local/bin/gnused export AWK=/opt/local/bin/gawk export MAKE=/opt/local/bin/gmake export CP=/tmp/cp export INSTALL=/tmp/install export GLIBC_EXTRA_CONFIG="--without-fp" export SRC_DIR=/Users/rhoenie/Source/crosstool/source/ eval `cat powerpc-603.dat gcc-3.3.6-glibc-2.3.2.dat` sh all.sh --notest
Wie man sehen kann, musste ich für einige Sachen die Linux-eigenen fileutils Tools verwenden, da das OSX eigene cp und install eine leicht andere Syntax aufweisst. Ich habe passende statische Kompilate hier abgelegt.
Unter den ersten Tools, die ich mir gebaut habe, war z.B. der Festplattenbenchmark bonnie++. Mit seiner Hilfe konnte ich sehen, dass das Gerücht: “die schwache NAS Performance der TS rühre von der fehlenden CPU Power für die Software-RAID5 Berechnung her” haltlos ist. Ich bekam Werte zwischen 1.9MByte/Sek und 36MByte/Sek (je nach verwendeten Modus). Genügend Potential ist also vorhanden.
Die erste sinnvolle Anwendung für die TS war eine Portierung und Pimpung der Software Media Wizd. Es handelt sich dabei um einen Media Server, der dem in der TS eingebauten in der Grundfunktion in nichts nachsteht, allerdings massive Vorteile bietet. Ich kann nur empfehlen, den Buffalo-eigenen damit zu ersetzen . Gerade Besitzer der TS Pro werden die begrüssen, da dieses Gerät erst gar nicht über einen eingebauten Media Server verfügt.
Die Software läst sich nur auf eine TS einspielen, deren Firmware vorher geöffnet wurde bzw. die anderweitig um einen root Zugang erweitert wurde. Die Software kann unterhalb vom Rootverzeichnis ausgepackt werden, wodurch ein Verzeichnis /usr/local/Wizd/ erstellt wird. Zum Starten muss man den TS-eignen Mediaserver zunächst über das Webinterface abschalten und dann via Telnet Session die Konfigurationsdatei /usr/local/Wizd/wizd.conf den eignen Bedürfnissen anpassen. Gestartet wird der Server mittels dem Shellskript start_me.sh (eine Integration in das Webinterface der TS existiert noch nicht - das soll jemand anderes machen).
Features:
- Kompatibel mit Buffalo LinkTheater und anderen Playern
- Bessere Ausnutzung von HDtv Bildschirmauflösungen
- Sinnvolle Navigation via Fernbedienung
- Erkennung von Medienfiles, die die original Software nicht erkennt
- Abspielen von Filmen aus ISO Images
- Abspielen von Filmen aus VIDEO_TS Foldern
- Setzen von Bookmarks für späteres Fortsetzen nach einer Unterbrechung
- Automatische Einteilung von Filmen in Kapiteln, zum schnellen Spulen

